Ausschlussdiät beim Hund: Ablauf, Dauer und die richtige Futterwahl
Was ist eine Ausschlussdiät beim Hund?
Eine Ausschlussdiät ist ein gezielter Futterversuch, mit dem die Tierarztpraxis prüft, ob die Beschwerden deines Hundes mit seinem Futter zusammenhängen. Dein Hund bekommt dafür über einen festgelegten Zeitraum ausschließlich eine ausgewählte Diät. Bessern sich seine Beschwerden, wird anschließend unter tierärztlicher Anleitung geprüft, ob sie nach der Wiedereinführung des bisherigen Futters zurückkehren.
Der wichtigste Punkt für den Alltag: Während des Versuchs zählt alles, was dein Hund frisst – auch das einzelne Leckerli beim Spaziergang. Ein Futterwechsel auf eigene Faust liefert deshalb oft keine klare Antwort.
Wann kann eine Ausschlussdiät sinnvoll sein?
Ein Futterversuch kann infrage kommen, wenn dein Hund wiederholt Juckreiz, Haut- oder Ohrenprobleme oder anhaltende Verdauungsbeschwerden hat. Diese Symptome beweisen keine Futtermittelallergie. Die Tierarztpraxis sollte zunächst prüfen, welche anderen Ursachen möglich sind und ob eine Ausschlussdiät für deinen Hund der passende nächste Schritt ist.
Wenn du die möglichen Anzeichen zunächst einordnen möchtest, lies unseren Ratgeber zur Futtermittelallergie beim Hund. Die Ausschlussdiät ist der anschließende, geplante Versuch – keine Diagnose allein aufgrund der Symptome.
Ausschlussdiät beim Hund: So bereitest du sie vor
1. Schreibe die bisherige Fütterung vollständig auf
Notiere Hauptfutter, frühere Futtersorten, Snacks, Kauartikel, Tischreste und Ergänzungsmittel. Nimm die Verpackungen oder Fotos der Zusammensetzungen zum Termin mit. Auch aromatisierte Medikamente und Mittel zur Parasitenprophylaxe solltest du ansprechen. Setze notwendige Medikamente nicht selbstständig ab.
2. Lass die Testdiät individuell auswählen
Die Tierarztpraxis wählt anhand der Fütterungsgeschichte ein geeignetes Futter aus. Möglich sind beispielsweise eine Diät mit bisher nicht gefütterten Zutaten oder eine spezielle Diät mit aufgespaltenen, sogenannten hydrolysierten Proteinen. Gerade wenn dein Hund schon viele Fleischsorten kennengelernt hat, ist die Auswahl einer tatsächlich neuen Proteinquelle schwierig.
Die Testdiät muss auch zum Alter und Ernährungsbedarf deines Hundes passen. Selbst gekochte Rationen sollten nur nach fachlicher Berechnung über den vorgesehenen Zeitraum gefüttert werden. Eine Dose mit einer einzigen Fleischsorte ist nicht automatisch eine vollständige oder für den diagnostischen Versuch geeignete Diät.
3. Sorge dafür, dass alle im Haushalt mitmachen
Informiere Familie, Betreuungspersonen und alle, die deinen Hund füttern könnten. Bewahre anderes Tierfutter außer Reichweite auf und achte bei mehreren Tieren darauf, dass dein Hund nicht an deren Näpfe gelangt. Lege vorab fest, womit du ihn belohnst: Häufig lässt sich ein Teil seiner abgewogenen Testdiät dafür verwenden. Stimme auch das mit der Tierarztpraxis ab.
Was darf mein Hund während der Ausschlussdiät fressen?
Grundsätzlich nur die vereinbarte Testdiät und alles, was die Tierarztpraxis ausdrücklich zusätzlich erlaubt hat. Wasser steht wie gewohnt zur Verfügung. Verzichte ohne Freigabe auf:
- Leckerlis und Kauartikel – auch wenn sie als „sensibel“ oder „Monoprotein“ bezeichnet werden,
- Essensreste, Käse oder Wurst zum Verstecken von Tabletten,
- Futterzusätze, Öle und aromatisierte Ergänzungsmittel,
- Futter anderer Tiere im Haushalt.
Ist doch etwas Ungeplantes passiert, notiere was und wann dein Hund gefressen hat und besprich es mit der Tierarztpraxis. So lässt sich einschätzen, ob und wie der Versuch fortgesetzt werden kann.
Wie lange dauert eine Ausschlussdiät?
Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie dauert die ausschließliche Fütterung der Testdiät häufig etwa acht bis zwölf Wochen. Die genaue Dauer legt die Tierarztpraxis fest. Verdauungsbeschwerden und Hautsymptome können sich unterschiedlich schnell verändern. Beende den Versuch deshalb nicht allein, weil dein Hund nach wenigen Tagen besser wirkt – oder weil zunächst noch keine Besserung zu sehen ist.
Führe währenddessen ein kurzes Futtertagebuch. Eine Zeile pro Tag reicht oft aus:
- Datum und Futter: Was und wie viel hat dein Hund bekommen?
- Haut und Ohren: Wie stark war der Juckreiz, zum Beispiel auf einer Skala von 0 bis 10?
- Verdauung: Gab es Veränderungen bei Kot oder Erbrechen?
- Besonderheiten: Gab es Medikamente, einen versehentlichen Snack oder andere auffällige Ereignisse?
Wenn Beschwerden stark zunehmen oder dein Hund das vereinbarte Futter nicht frisst, melde dich bei der Tierarztpraxis, statt den Plan selbst zu ändern.
Was passiert nach der Ausschlussphase?
Wenn es deinem Hund mit der Testdiät besser geht, ist der Zusammenhang mit dem Futter noch nicht sicher bewiesen. Die Tierarztpraxis plant dann die kontrollierte Wiedereinführung des bisherigen Futters. Kehren die Beschwerden zurück und bessern sie sich unter der Testdiät erneut, spricht das für eine Reaktion auf das Futter. Anschließend können einzelne Zutaten geprüft werden, soweit das für deinen Hund sinnvoll ist.
Führe diese Wiedereinführung nicht ohne Absprache durch. Besonders wenn dein Hund zuvor stark reagiert hat, muss die Tierarztpraxis entscheiden, wie sicher weiter vorgegangen werden kann.
Ist Pferd oder Monoprotein-Futter für eine Ausschlussdiät geeignet?
Vielleicht – aber weder „Pferd“ noch „Monoprotein“ ist automatisch die richtige Wahl. Hat dein Hund Pferd bereits gefressen, ist es für ihn keine neue Proteinquelle. Außerdem müssen sämtliche Zutaten und die Eignung der gesamten Ration berücksichtigt werden. Der Aufdruck „hypoallergen“ ersetzt keinen individuellen Diätplan.
Wenn die Abklärung abgeschlossen ist und feststeht, welche Zutaten dein Hund meiden soll, kannst du die Zusammensetzungen im Lucky-Pet Sortiment für Hundenassfutter gezielt vergleichen. Prüfe dabei auch, ob das jeweilige Produkt als Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel gekennzeichnet ist. Bei Fragen zu konkreten Deklarationen hilft dir unser Kundenservice; die Auswahl einer diagnostischen Testdiät erfolgt mit der Tierarztpraxis.
Häufige Fragen zur Ausschlussdiät
Reicht es, getreidefreies Futter zu geben?
Nein. „Getreidefrei“ sagt nicht aus, ob dein Hund auf eine Zutat seines bisherigen Futters reagiert. Welche Bestandteile ausgeschlossen werden müssen, richtet sich nach seiner Fütterungsgeschichte und dem tierärztlichen Plan. Mehr zur allgemeinen Futterwahl liest du im Beitrag Getreidefreies Hundefutter – sinnvoll oder nur Marketing?.
Darf mein Hund nach dem Futterversuch wieder Snacks bekommen?
Das hängt vom Ergebnis ab. Sobald klar ist, welche Zutaten dein Hund meiden sollte, lassen sich auch Belohnungen gezielt auswählen. Prüfe ihre Zusammensetzung genauso sorgfältig wie die des Hauptfutters. Unser Ratgeber zu Snacks für empfindliche Hunde hilft dir bei den Fragen zur Deklaration.
Was bedeutet es, wenn keine Besserung eintritt?
Das Ergebnis sollte die Tierarztpraxis mit dir auswerten. Sie prüft unter anderem, ob die Diät konsequent eingehalten wurde, ob das Futter passend ausgewählt war und welche anderen Ursachen für die Beschwerden infrage kommen. Wechsle nicht unmittelbar zur nächsten Sorte, ohne den bisherigen Versuch zu besprechen.